7kleiderleben – eine Wiener Inspiration

Hier erlaube ich mir mal, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Denn es ist mir wichtig, dass ihr wisst, warum es 7kleiderleben gibt!

Über den Dächern von Wien
Über den Dächern von Wien

🙂

Es war einmal…

… ein ereignisreiches halbes Jahr im wundervollen Wien. Neue Eindrücke, interessante Menschen, andere Kulturen, Monate der Wagnisse und Sich-Gönnens. Und wie könnte eine Stadt, die zum fünften Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt gewählt wurde, nicht inspirierend wirken?

In meinem Fall bin ich irgendwie in die Second Hand- und Kleidertauschszene gerutscht. Für ein Seminar in der Uni sollte eine Gesellschaftsreportage verfasst werden. Auf der Jagd nach einer erzählenswerten Geschichte bin ich im Novomatic Forum beim TOP SWAP gelandet, einer Tauschbörse mit Stil, wie sie mir bis zu dem Zeitpunkt noch nie aufgefallen war.

Novomatic Forum Wien
Novomatic Forum in Wien

Die Atmosphäre auf diesem Event hat das muffige Image von Second Hand, das ich im Kopf hatte, grundlegend verändert. Im Interview mit der Organisatorin und Bloggerin Maria Ratzinger habe ich viel Interessantes über ihre Motivation und die Hintergründe von TOP SWAP erfahren.

Maria Ratzinger
Maria Ratzinger

Die 27-Jährige, die ebenso wie ich in Wien Publizistik- und Kommunikationswissenschaft studiert hat, spornte mich ohne ihr Wissen an, nicht immer nur von Ideen und Überzeugungen zu reden, sondern einfach mal zu etwas zu machen. Etwas auf die Beine zu stellen, was es der eigenen Meinung nach „unbedingt mal geben sollte“. Viele meiner Freundinnen in Wien erfuhren von TOP SWAP und mehrere beklagten sich: „Warum gibt sowas nicht auch in meiner Heimatstadt?“.

Ich habe das als Anlass genommen, meine Gedanken nicht als Rumspinnerei in Wien zu lassen, sondern sie als konkrete Pläne mit in die Heimat zu nehmen.

Nach dem TOP SWAP und dem Gespräch mit Maria veränderte sich meine Wahrnehmung, mit der ich über die Wiener Shoppingmeile Mariahilfer Straße flanierte. Plötzlich empfand ich regelrecht Widerwillen, eine H&M-Filiale zu betreten und mir für verhältnismäßig viel Geld ein gesichtsloses Top „Made in Bangladesh“ zu kaufen. Ich möchte betonen, dass ich nicht von einem Tag auf den anderen zur Konsumverweigerin geworden bin. Doch ich stelle nun Dinge infrage, die mich vorher nie groß gekümmert haben und reflektiere mein Kaufverhalten. Dennoch war ich noch nie Fan davon, “anti” irgendetwas zu sein; in dem Sinne, dass man irgendetwas völlig ablehnt oder auf etwas verzichtet, ohne über Alternativen und mögliche Verbesserungen nachzudenken. Im Klartext: Gar nicht mehr zu shoppen ist meiner Meinung nach die falsche Antwort auf prekäre Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Modeindustrie, ungerechtfertigte Preise, Verlust von Qualität und Wertschätzung und viele weitere konsumkritische Anliegen.

Und so war plötzlich, nach kreativem Input von Isabell und meinem Bruder Christian, in wochenlangem Gedankenaustausch 7kleiderleben geboren. Ich verfolge dieses erste eigene Projekt, ohne dafür Creditpoints oder Geld zu bekommen. Im Gegenteil: Ich stecke mit Freude meine Energie in 7kleiderleben. Und ich würde mich riesig freuen, wenn ich die eine oder andere von euch damit anstecken kann.

Und mit diesem offenen Ende schließe ich meine Geschichte, deren Länge ihr mir hoffentlich verzeiht 🙂

Wer sich für die Reportage interessiert, die aus meinen Eindrücken und Recherchen zum TOP SWAP in Wien entstanden ist, ist herzlich eingeladen, sie hier zu lesen. Sagt mir auch gern eure Meinung dazu in der Kommentarbox unter diesem Blogpost!

Alles Liebe,

Britta

 

Fotos: © Britta Zachau

One comment on “7kleiderleben – eine Wiener Inspiration

  1. Wien ist so wunderschön!! ♥ und das Gefühl habe ich bei H&M und den ganzen Ketten auch immer – in jeder Stadt hängt das gleiche in den gleichen Läden. Und wenn man schon mal in Wien ist, sollte man mal die kleinen Boutiquen suchen, die abseits der großen Ketten liegen. Und dann einfach mal 1 richtig tolles Teil als 5 Teile von der Stange kaufen…

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