Secondtrend #1 – die etwas andere Shopping Diät

Am 1. Januar 2014 startete ich das Jahr mit dem Vorsatz, monatlich nur ein Kleidungsstück zu kaufen. Der Januar lief nach Plan, im Februar waren es zwei, im März drei Teile und fortan shoppte ich nach altem Muster: einfach zu viel.

Mit 7kleiderleben mache ich einen neuen Selbstversuch: Ab 1. Juni 2014 starte ich einen Monat lang eine Shopping Diät der anderen Art: Ich kaufe nicht neu im Laden – weder dekorative Kosmetik, noch Kleidung, Schuhe, Taschen und Accessoires. Sondern: Secondhand. Im Secondhand Laden, online bei Kleiderkreisel oder auf dem guten alten Flohmarkt.

Bei Secondtrend geht es nicht darum, zu verzichten – denn hört der innere Schweinehund „Verzicht“, bellt er sofort. Ich darf kaufen, und will mit den gebrauchten Teilen Outfits zusammenstellen, die mit den Sommerstyles im Schaufenster mithalten können.
Ändert das Projekt Secondtrend auch zukünftig meine Kaufgewohnheiten? Werde ich mit Secondtrend weniger Geld ausgeben? Mein Finanzplan gibt mir am Monatsende eine Antwort darauf. Vielleicht gefällt es mir und meinem Geldbeutel so sehr, dass ich das Projekt verlängere.

Wollt ihr wissen, warum Secondtrend ein Projekt des Herzens ist? Dann lest weiter. Ansonsten springt gleich zu Secondtrend #1.

Ich möchte einen Hut. Der H&M Katalog auf meinem Tisch sagt: Den solltest du auch schleunigst kaufen, sonst bist du out. Den luftigen Basthut bekommst du für nur 9,95 Euro*, den Filzhut für 19,95 Euro*. Ich möchte ein rotes Kleid. H&M Katalog sagt: Nee, nimm es mal lieber in fliederfarben. Flieder kommt ganz groß raus. Ich staune über das Shirtkleid und die schöne Frau darin, gehe in den Laden und kaufe es. In rot.

Die großen Modehäuser und ihre Werbung inspirieren mich. Das ist auch gut so. Doch sie bieten auch eine scheinbar unerschöpfliche Menge Kleidungsstücke, was mich im Laden wie Online überfordert, und entscheidungsmüde macht. Trotzdem kaufe ich, und führe einen Lebensstil, den ich durch meinen Nebenjob finanziere. Mein Konto sagt am Monatsanfang: Jo, was kostet die Welt? Am Ende eines jeden Monats schreit es mit roten Zahlen: Kauf nie wieder was! Du wirst deine Wohnung zwangsräumen müssen und deine Klamotten auf dem Flohmarkt verticken – aber keine Sorge, danach bist du reich!

Zum Muttertag saß ich mit Mama und Oma beim Kaffee zusammen. Beide beschwerten sich darüber, dass die Leute Shopping immer mehr als Freizeitbeschäftigung, gar Teil der Identität verstehen. Früher, sagte Mama, ist sie mit einem festen Ziel in die Stadt gegangen: Ich brauche eine leichte Jacke. Für laue Sommerabende. Und die kaufte sie dann. Oder nähte sie an ihrer Nähmaschine selber. Generell hat Mama viel selbst gemacht oder war auf Flohmärkten unterwegs. Sie liebt Mode, aber findet: Klasse statt Masse. Oma weiß gar nicht, was „shoppen“ bedeutet. Sie erinnert sich an den Abschlussball meiner Mutter. Dafür wollte sie ein Abendkleid kaufen. Es gab nur Karstadt, damals. Und einige wenige Boutiquen. Sie hatte also die Wahl zwischen drei Abendkleidern. Mehr gab’s nicht. Und sie trug ihr Abendkleid mindestens fünf Jahre. Mindestens.

Höchste Zeit, es nicht mehr zu machen wie ich, sondern wie Mama und Oma. Naja, zumindest ähnlich, ich kann nämlich nicht nähen und brauche kein Abendkleid. Aber ich klinke mich jetzt aus der Maschinerie des Kleidungkonsums aus und freue mich, die Qual der Wahl anderen zu überlassen! Tschüss.

Secondtrend #1:

Secondtrend #1Letzten Samstag schlenderte ich über den Flohmarkt an der Uni Bielefeld. Ganz spontan, ganz ziellos. Doch ich kam nach Hause mit einer Bluse und einer Tasche, zwei Teilen, die mich zum Projekt Secondtrend inspirierten. Ich habe sie für euch angezogen und mit einem Kunstlederrock und Ballerinas kombiniert – beides nicht Secondhand.

Fazit: Unschlagbare Preise. Die Tasche hat eine aufgelöste Naht am Riemen, sieht man aber nicht. Die Schluppenbluse hat keinerlei Mängel. Doch zuerst ließ mich die Blusengröße 42 zögern, aber hey – einmal an den eigenen Körper gehalten, abgeschätzt und Risiko eingegangen. Bei 3 Euro Einsatz braucht man keine Umkleidekabine. Und 42 geht super als oversized durch, oder?!

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Secondtrend #2: Schluppenbluse: Gina!, 3 Euro. Tasche: Keine Marke, 1 Euro.

Wenn es euch geht wie mir, macht mit bei Secondtrend und zeigt, dass Secondhand trendy sein kann! Markiert eure Ergatterungen auf Instagram mit #secondtrend oder schickt eure Bilder an 7kleiderleben@gmail.com, und ihr kommt in die Secondtrend Bildergalerie auf diesem Blog!

Bis bald zu Secondtrend #2,
eure Isabell

*fiktive Preise

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